Als das Handwerk und die Industrie noch ohne elektrischen Strom auskommen musste, wurden die Bohrer überwiegend durch Energietransmission angetrieben. Auch Bohrwinden oder Brustleiern ermöglichten früher sämtliche Materialien zu durchbohren, wenn auch mit erheblichem Kraftaufwand. Die erste Elektrobohrmaschine wurde in Deutschland erfunden. Im Jahr 1895 war es der Ludwigsburger Wilhelm Emil Fein, der die Elektrobohrmaschine, als das erste Elektrogerät überhaupt, auf den Markt brachte. Und dies sogar weltweit. Der Lehrersohn war überhaupt noch an einigen weiteren Erfindungen beteiligt. So entwickelte er für das Militär im Jahr 1885 auch das Telefon.
Warum gerade er dies im Stuttgarter Raum entwickeln konnte, ist schnell erklärt. Die Verbreitung des Stroms bzw. der Stromversorgung war hier auf dem Vormarsch. Auch wenn noch nicht jeder diesen nutzen konnte, waren bereits zahlreiche Industrieunternehmen an seiner Erfindung interessiert, da sie elektrischen Handbohrmaschinen für ihre Produktionen einsetzen wollten. So wurde die erste elektrische Handbohrmaschine mit leichten Aluminiumteilen gefertigt. Doch die Entwicklung ging weiter. Im Jahr 1914 dann kam die erste Handbohrmaschine auf den Markt, die auch mit Gleich- und Wechselstrom betrieben werden konnte. Doch dies war nur der Anfang einer langen Entwicklung in diesem Bereich. Die Arbeiten auf den Baustellen und im Handwerkerbereich wurden dadurch enorm erleichtert. Es gab Modelle, die sich nur in der Leistung unterschieden. Immer höhere Wattzahlen waren das Ergebnis. Stärkere Antriebe machen es möglich, dass auch schwierigeres Material bezwungen werden konnte. Viele Firmen brachten ihre Modelle auf dem Markt und erleichterten den Handwerkern die Arbeit.
Vor knapp 30 Jahren konnte die Firma Fein für die Bohrmaschinen noch den ergonomischen Griff erfinden, der die Handhabung nochmals erleichtern konnte. Doch dies sind nur Feinheiten, über die man getrost die letzten Jahre hinwegsehen konnte. Wichtig war, dass durch diese Erfindung die Arbeit im allgemeinen wesentlich vereinfacht wurde. Mittlerweile haben viele Firmen diese Technik übernommen, verfeinert und auch neue Entwicklungen durchgeführt. So finden sich zahlreiche Anbieter auf dem hart umkämpften Werkzeugmarkt. Viele Handwerker entwickeln eine gewisse Vorliebe für den ein oder anderen Hersteller. Auch Handwerksfirmen entscheiden sich meist für einen Anbieter. Doch sie alle profitieren von dem Tüftlerdrang des Vaters der Bohrmaschinen, Herrn Wilhelm Fein aus Ludwigsburg.






